Das Projekt
Das Naturlabor Teltow entsteht hoffentlich auf den Flurstücken 571 und 572 im Wasserschutzgebiet Teltow (Brandenburg). Das Gelände ist ehemaliges Rieselfeld — historisch zur Abwasserverrieselung genutzt, heute eine Fläche mit besonderem Sanierungspotenzial und außergewöhnlichem pädagogischen Wert.
Agrivoltaik nach DIN SPEC 91434
Wir errichten eine Agrivoltaik-Anlage der Kategorie II nach DIN SPEC 91434: bifaziale Solarmodule auf erhöhten Trägerkonstruktionen, die ausreichend Licht und Niederschlag für die darunter liegende Vegetation durchlassen. Die Anlage erzeugt Strom für die Region und dient gleichzeitig als Lehr- und Demonstrationsobjekt für Schulklassen.
Schülerinnen und Schüler können Ertragsdaten messen, mit konventioneller Landwirtschaft vergleichen und die Flächennutzungseffizienz (Land Equivalent Ratio) berechnen — echte Daten, echte Wissenschaft.
Phytoremediation des Rieselfelds
Ehemalige Rieselfelder sind oft mit Schwermetallen und organischen Verbindungen belastet. Bestimmte Pflanzenarten — sogenannte Hyperakkumulatoren — können diese Stoffe aus dem Boden aufnehmen und so zur natürlichen Sanierung beitragen. Dieser Prozess heißt Phytoremediation.
Die Kontaminationsgeschichte des Geländes ist kein Problem, das wir verstecken — sie ist unser pädagogisches Kapital. Schülerinnen und Schüler lernen, Bodenproben zu analysieren, Kontaminationszonen zu kartieren und die Wirkung von Sanierungspflanzen zu messen.
Ouessant-Schafe und Agroforst
Unter den PV-Modulen grasen Ouessant-Schafe — die kleinste Schafrasse Europas, robust, genügsam und ideal für den Einsatz unter Solarpanelen. Sie ersetzen Mähmaschinen, düngen natürlich und sind für Schulklassen ein unvergessliches Erlebnis.
Ergänzt wird die Fläche durch Agroforststrukturen: Obstgehölze, Hecken und Blühstreifen, die Lebensräume für Insekten und Vögel schaffen und das Bildungsangebot um ökologische Zusammenhänge erweitern.
Zeitplan
- 2026 — Vorgründungsphase, erste Workshopkonzepte
- 2027 — Gründung, Aufbau der Anlage, erste Schulkooperationen, BNE-Zertifizierungsantrag
- Herbst 2027 — BNE-Zertifikat angestrebt